Jormungand

Jormungand (Nord. M.), die Midgardsschlange, Tochter des Loke und der Riesin Angerbode, von welcher der böse Ase noch den Wolf Fenris und die blaue Hela zu Kindern hatte. Die Götter wussten, was ihnen von dieser Brut bevorstand, liessen daher den Fenriswolf bei den Asen erziehen, schleuderten die Hela in den Abgrund und die J. in das Weltmeer; hier wuchs aber die letztere so ungeheuer, dass sie die ganze Erde umschlingt, indem sie sich in den Schwanz beisst. Wenn sie trinkt, entsteht Ebbe, und wenn sie das Wasser wieder von sich gibt, Fluth. So wird sie liegen bis Ragnarokr (Weltuntergang), dann aber schiesst sie aus dem Abgrund empor, treibt das Meer aus seinen Ufern, und löst so das verhängnissvolle Schiff Nagelfar von seiner Kette. Luft und Meer verpestet ihre Ausdünstung, sie greift Thor an, welcher sie zwar mit seinem Miölner erschlägt, aber auch neun Schritte zurückprallt und dennoch in den Giftströmen, die das Unthier ausspeit, ertrinken muss.

Quelle:
Vollmer, Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Stuttgart 1874, S. 279.




Jormungand, in der nord. Mythologie die von Loki mit der Riesin Angrboda gezeugte Schlange (auch Midgardschlange genannt), wurde von den Asen in das Weltmeer geschleudert und wuchs darin zu so ungeheurer Größe. daß sie mit ihrem Leib die ganze Erde umspannt. Beim Weltuntergang steigt sie aus dem Abgrunde des Meeres hervor und kämpft gegen die Götter; Thor, der schon früher einen Kampf mit ihr bestand, als er sie in Hymirs Boot mit dem Angelhaken emporgezogen hatte, erschlägt sie zwar mit seinem Hammer, stirbt aber durch das Gift, mit dem er von ihr überschüttet wird.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 10. Leipzig 1907, S. 309.