Niord

Niord (Nord. M.), ein schöner Jüngling aus dem Geschlechte der Vanen, welchen diese Letztern den Asens als Geissel für ihre friedliche Gesinnung gaben, während die Asen dasselbe in der Person des Häner thaten. Er vermählte sich mit der schönen Jotentochter Skade, und sie gebar ihm Freir und Freia, die edelsten und schönsten der Asen, unter welche sie, obwohl nicht ihrem Stamme angehörig, aufgenommen wurden; doch war die Ehe nicht glücklich, weil N. und Skade verschiedenen Völkern angehörten, deren verschiedene Gewohnheiten ihnen gegenseitig nicht zusagten; so konnte Skade nicht das Geschrei der Möven ertragen, wenn sie bei ihrem Gatten am Meere, in Noatun, wohnte, während N. das Geheul der Wölfe unerträglich fand, wenn er bei seiner Gattin im Gebirge war. So trennten sie sich endlich, Skade, um ungestört auf ihren leichten Schneeschuhen umherzufahren und Wild zu jagen, N., um im leichten Nachen den Fischen nachzusetzen.

Quelle:
Vollmer, Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Stuttgart 1874, S. 349-352.




Niord (Mythologie), eine Gottheit der scandinavischen Mythe, und zwar Beherrscher der Winde, der Schiffahrt, des Handels und Reichthums; eigentlich keiner der Asen, sondern vom Geschlecht der Wanen, aus dem er nach einem Kampfe als Geisel gegen Häner zu den Asen kam, und dann immer in ihrem Gefolge blieb. Seine Wohnung hieß Noatun, und Skade, seine Gattin, die gern auf den Felsen Thrymheims wohnen wollte, wo ihr Vater Thiasse gehaust hatte. Erst stritten sie mit einander, dann verglichen sie sich, den Aufenthaltsort zu wechseln. Freir und Freia sind ihre Kinder.

–ch–
Quelle:
Damen Conversations Lexikon, Band 7. [o.O.] 1836, S. 438-439.




Njord (nord. Myth.), war bei den Vanen geboren u. den Asen nebst seiner Schwester zu Geiseln gegeben, wohnt in Noatun, dem 11. der Götterhäuser, herrscht über den Gang des Windes, gibt Regen u. stillt Meer u. Feuer. Ihn ruft man auf der See, bei der Fischerei u. der Jagd an. Man schwur bei ihm u. Freyr, u. bei Gastmalen wurde nach Odins Weihetrunk ihm ein Trinkhorn geleert. N-s Gemahlin Skadi, mit welcher er sich bei seinem Aufenthalt unter den Asen vermählt hatte, verließ Noatun; doch zeugte er nachher daselbst mit einer andern Asin Freyr u. Freya.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 12. Altenburg 1861, S. 11.