Loki

Loki, in der nordischen Mythologie ein Gott, dessen Name »Beschließer« oder »Endiger« bedeutet, da das Element, über das er gebietet, das Feuer, nach germanischem Glauben das Ende der Welt herbeiführt. Nach der Edda war L. (auch Lopt und Lodur genannt) der Sohn des Riesen Farbauti und der Laufey oder Nal. Er entstammte also nicht dem Asengeschlecht, hatte aber schon in uralter Zeit mit Odin Blutbrüderschaft geschlossen und war in die Zahl der Götter aufgenommen worden, denen er durch seine Klugheit oft wertvolle Dienste leistete, meist aber Unheil zufügte, wie er zuletzt auch den Mächten sich anschließt, die zu ihrem Sturze sich vereinigen. Mit der Riesin Angrboda zeugte L. den Wolf Fenrir, die Midgardschlange und die Todesgöttin Hel. Nachdem er den Tod des Balder (s. d.) verschuldet hatte, ward er von den Asen in einer Höhle gefesselt und durch das von einer Schlange auf ihn herabtropfende Gift gequält (seine Zuckungen veranlassen die Erdbeben); am Ende der Tage aber wird er frei und kämpft in der letzten Entscheidungsschlacht mit Heimdall; beide töten sich gegenseitig. Die letzte Ausgestaltung des Mythus von L. ist sicher erst in Island erfolgt, da nur hier die Erscheinungen des Vulkanismus, die auf die Sage eingewirkt haben, beobachtet werden konnten. Vgl. Weinhold, Die Sagen von L. (in der »Zeitschrift für deutsches Altertum«, Bd. 7, Berl. 1863).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 12. Leipzig 1908, S. 670-671.




Loki (Loke, nord. Myth.), der Sohn des Niesen Farbauti u. der Laufeja od. Nal, war schön, aber bös, launisch, listig u. behend. Vormals in Frieden u. Freundschaft mit den Asen lebend, hatte er denselben oft durch seine Klugheit gute Dienste geleistet; nachdem aber zwischen ihnen durch. die Schmähungen, welche er bei einem Gastmal Ägirs wider sie ausgestoßen hatte, ein Bruch geschehen war, so brachte er sie oft in große Verlegenheit. Er entführte Idun, befreite sich aus Geirrandrs Käfig, tödtete Hreidmars Sohn, schnitt der Sif das Haar ab, verwettete seinen Kopf an Brok (s.d.), wurde bei Utgardstoki von Logi im Essen übertroffen, stahl Freia's Halsband; Heimdall kämpfte mit ihm um dasselbe u. nahm es ihm wieder. Mit der Riesenfrau Angurbodi zeugte er drei den Asen feindliche Kinder, den Wolf Fenris, die Schlange Jormungandr u. die Riesin Hel; mit der Sigyn aber die Söhne Wali u. Narsi. Da er Baldur des Lebens beraubt hatte, wurde er geächtet; er baute auf einem Berge ein Haus mit vier Thüren u. verbarg sich in der Gestalt eines Lachses im Farangerfall, wo ihn endlich die Asen singen. Sie banden ihn mit den Eingeweiden seines Sohnes Narfi (den sein, in einen Wolf verwandelter Bruder Wali zerrissen hatte) über drei Felsenspitzen fest, u. Skadi hängte über sein Gesicht eine giftige Schlange. Sigyn fängt zwar das herabträufelnde Gift auf, aber wenn sie das gefüllte Becken hinausträgt, träufelt das Gift auf L-s Gesicht, u. er windet sich vor Qual, daß die Erde zittert (die Ursache der Erdbeben). Am Ende der Welt kämpft L. u. sein Geschlecht mit den Asen u. erist der Letzte, der mit seinem Gegner Heimdall zugleich fällt. L. (Loge) gilt auch als Elementargott u. zwar als der Repräsentant des vernichtenden Feuers; als solcher warer Sohn des Riesen Fornjolen u. von Glöd Vater der Eisa u. Einmyria.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 10. Altenburg 1860, S. 475-476.




Loki heisst eine germanische Gottheit, deren Namen und Mythen ausschliesslich in skandinavischen Quellen überliefert sind. Sein Name geht auf eine Wurzel von der Bedeutung leuchten, wozu u.a. lat. luc-is und ahd. liuhan, leuchten, gehört, und der Gott vertritt demnach das Element des Feuers. Von seinem Kult ist nichts bekannt. Ursprünglich eine wohlthätige Macht, wurde er später in mehr feindseliger Weise, als böses Prinzip, den guten Mächten widerstrebend aufgefasst und ihm eine wesentliche Rolle in der Götterdämmerung, siehe diesen Artikel, zugeteilt. Weinhold, Haupt's Zeitschrift VII, und Meier, Loki und sein Mythenkreis, Basel 1880.

Quelle:
Götzinger, E.: Reallexicon der Deutschen Altertümer. Leipzig 1885., S. 591.




Loki (Loke), in der nordischen Mythologie der Gott des Feuers, auch der Vernichtung und des bösen Prinzips, dämonischer Herkunft, hält sich aber bei den Göttern auf, befreundet mit Odin, veranlaßt durch seine List den Tod Baldrs, liegt dann in Fesseln bis zum Weltuntergang, bei dem er im Kampfe mit Heimdall fällt. Seine Kinder sind Hel, die Midhgardsschlange und der Fenriswolf.

Quelle:
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911., S. 74-75.