Nott

Nott (nord. Myth.), die Göttin der Nacht, Tochter des Riesen Norse, schwarz u. dunkel; sie war zuerst vermählt mit Naglfari, welchem sie den Sohn Audr gebar; dann mit Onar, welchem sie Jörd gebar, u. zuletzt mit Dellingr (Dämmerung), welchem sie Dagr (Tag) gebar; Allfadur setzte sie u. Dagr an den Himmel, gab ihnen Wagen u. Rosse, daß sie damit jeden Tag die Erde umfahren sollten. N. fährt voran mit dem Roß Hrimfaxi (Reifmähne), von dessen Gebiß Schaum (Meldropar) fällt, woraus der Morgenthau entsteht. Wenn die Sonne aufgeht, begibt sich N. nordwärts nach Niflheim.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 12. Altenburg 1861, S. 142.




Nat, Nott (Mythologie), Nott, die Personification der Nacht in der scandinavischen Mythe, die finstere Tochter des Riesen Niörne. Wie der griechische Mythus aus dem dunkeln Schoße der Nacht Götter und Welt hervorgehen läßt, so auch der nordische. Aus dem räthselhaften Dunkel wird im jugendlichen Glauben der Völker tiefahnend alles Gestaltete geboren. Naglfar, Notts erster Gatte, brachte mit ihr den Audur (den Stoff) hervor, dem zweiten, Anar (Bildungstrieb, Formkraft), gebar sie die Jörd (Erde), und mit dem dritten, Dällinger (Dämmerung), zeugte sie Dagur (den Tag). Nun versetzte Allfadur die dunkle Mutter und den leuchtenden Sohn an den Himmel, und ließ sie mit Rossen und Wagen diesen umfahren. Rymsaxi (Dunkelmähne), heißt das Roß der Nat, Skinfaxi (Glanzmähne), das des Dagur, das Luft und Erde erleuchtet.

–ch–
Quelle:
Damen Conversations Lexikon, Band 7. [o.O.] 1836, S. 368-369.