Nymphen

(griechisch nymphe, Braut, junge Frau) sind niedere Naturgottheiten und die Sammelbezeichnung für die griechischen Feen. Die Nymphen wurden einem bestimmten Naturbereich oder Gebiet zugeordnet und werden dadurch unterteilt in: Dryaden (Baumnymphen), Najaden (Quellnymphen), Nereiden (Meeresnymphen) und Oreaden (Bergnymphen). Man sagt ihnen nach, dass sie dem Menschen sehr wohlwollend gegenüber standen. Bis auf die Dryaden galten die Nymphen als sehr langlebig aber nicht unsterblich. Auch die Römer bezeichneten ihre Feen später als Nymphen.

Cyberelfe



Nymphen, (Gr. u. röm. M.), der allgemeine Name für alle halbgöttlichen Wesen weiblichen Geschlechts; sie sind untergeordnete Glieder im Götterstaate und werden in der Ilias mit in die Versammlung der Götter auf dem Olymp berufen. Sie theilen sich in zwei Hauptclassen, entweder personificiren sie die einzelnen Kräfte der Natur, oder sie gehören der mythischen Geschichte an und repräsentiren griechische Stämme und Staaten, wie z.B. die Nymphe Cyrene. Die erstere Classe theilt sich wieder in zwei Unterarten:

1) N. des Feuchten, der Quellen, Bäche, Flüsse, Seen, Najaden;

2) N. des Trockenen, der Gebirge und Wälder, Oreaden, Dryaden. Sie sind immer jung und schön, aber nicht unsterblich, sondern theils von dem Quell, dem Baum u.s.w., den sie bewohnen, so abhängig, dass sie mit ihm entstehen und vergehen, theils vom Schicksal auf ein, wiewohl sehr entferntes, doch bestimmtes Lebensziel angewiesen. Hesiod sagt: neun Menschenalter überlebt die Krähe, vier Krähenalter der Hirsch, drei Hirschalter der Rabe, neun Rabenalter der Phönix, und zehn Phönixalter die N. Es wurden ihnen an verschiedenen Orten Tempel gebaut, und viele Sterbliche rühmten sich des Glückes ihrer Liebe. Es ist sehr begreiflich, dass die N. als Personificationen jeder Naturschönheit zu den anmuthigsten Kunstdarstellungen Veranlassung gaben. Wir geben zwei derselben in Nachbildungen wieder: die erste zeigt die Statue einer Nymphe, gefunden in Präneste; die andere, nach einem Basrelief, drei halbnackte Nymphen, welche Muscheln halten, an den Seiten die Dioscuren; unten ruht ein Flussgott mit einem Ruder.

Quelle:
Vollmer, Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Stuttgart 1874, S. 356.



Nymphen, eigentlich jugendliche weibliche Wesen (s. Nymphe 2), heißen in der griechischen Mythologie eine zahlreiche Klasse weiblicher Gottheiten niederen Ranges, welche als Personificationen der Kräfte der Natur in allen Kreisen derselben gedacht wurden. Sie galten als Töchter des Zeus u. wohnten auf Bergen u. in Thälern, in Gewässern u. Wäldern, in Feldern u. Auen; ihr Wirkungskreis war daher ausschließlich die Erde, u. nur selten kamen sie in den Olymp, um sich an den Götterberathungen zu betheiligen. Ihren Aufenthalt hatten sie in Grotten, in welchen ihnen auch geopfert wurde, u. zwar Ziegen, Lämmer, Milch, Öl. Nach der gewöhnlichen Ansicht waren sie die wohlthätigen Geister der Orte u. Gegenstände ihrer Wirksamkeit, ohne jedoch nothwendig mit denselben verbunden zu sein, vielmehr wandeln sie frei umher, tanzen, spinnen u. weben in ihren Grotten, pflanzen Bäume etc.; unter den Göttinnen hat bes. Artemis als Jagdgöttin einen Chor N. zu ihrem Gefolge. Doch erscheinen sie, nach späterer Meinung, auch als aus den Naturgegenständen entstanden, an dieselben gebunden u. mit denselben untergehend, daher als Mittelwesen zwischen Sterblichen u. Unsterblichen, welche zwar Ambrosia genießen u. mit Göttern Umgang haben, aber auch einmal sterben. Nach dem Bereiche ihres Waltens werden die N. unterschieden als: a) Wassernymphen, zu welchen uneigentlich auch die Okeanides (s.d.) als N. des Weltmeeres u. die Nereïdes (s.d.) als N. des Binnenmeeres gerechnet werden, eigentlich aber die Naïdes (Naïades) u. zwar: die Flußnymphen, Potamides, welche nach den verschiedenen Flüssen verschiedene Namen haben, so Acheloïdes, Ismenides etc.; Quellennymphen, Krenää od. Pegää, u. Seenymphen, Limnades. Wegen der befruchtenden u. nährenden Kraft des Wassers galten N. als Erzieher des Zeus u. des Bakchos (s.b.), u. weil von manchen Quellen geglaubt wurde, daß der Genuß des Wassers derselben Begeisterung u. Seherkraft gäbe, so waren N. auch Erzieher des Apollo u. die Verleiher der Dichtkunst (daherauch die Musen N. waren) u. Weihsage, u. allerhand Begeisterte u. Verzückte, auch Wahnsinnige, hießen von N. Ergriffene (Nympholeptoi, Lymphatici), b) Bergnymphen, Oreades, welche nach einzelnen berühmten Bergen verschiedene Namen hatten, als Peliades, Kithäronides, Diktäische N., Idäische N. etc., N. des Pelion, Kithäron, Dikte, Ida etc.; c) Thalnymphen, Napää; d) Wiesen- u. Auennymphen, Limakes u. Limoniades; e) Waldnymphen, Alseïdes, u. f) Baumnymphen, Dryades u. Hamadryades, deren Leben an das Bestehen ihrer Bäume gebunden war; eine besondere Art dieser N. sind die Melischen N. (s. Meliä), Eschennymphen. Dagegen werden N. einzelner berühmter Orte genannt z.B. des Erziehungsortes des Bakchos Nysa (Nyseïdes, s. Nysa 1), u. einzelne in der Sagengeschichte berühmte Persönlichkeiten, wie Kalypso, Kirke etc. als N. angeführt, u. Erstere hatte wieder eine Schaar N. zu ihrer Begleitung u. Bedienung. Dargestellt wurden die N. als jugendliche, reizende Mädchen, in leichter Bekleidung.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 12. Altenburg 1861, S. 167.