Dews

Dews, die bösen Geister bei den Parsisten, s. Parsismus.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 5. Altenburg 1858, S. 97.




Dews (Pers. M.). Direct entgegengesetzt dem, was sich die indische Mythologie unter diesen Wesen denkt, sind die D. der Lehre des Zoroaster nicht Personificationen des Guten, sondern des physisch und moralisch Bösen, aufgestellt, um die Lichtschöpfungen des Ormuzd zu bekämpfen, denen sie gegenüber, daher auch gleich im Range sind; so schuf Ahriman für die sieben Amschaspands des Ormuzd die sieben Erzdews, oder, wenn der Lichtgott selbst zu der Zahl Sieben gezählt wird, nur sechs, indem dann Ahriman der siebente ist, unerschaffen wie Ormuzd, oder urerschaffen, ein guter, später gefallener Genius. Von diesen obersten Schöpfungen des Reiches der Nacht abwärts gibt es eine so grosse Menge schädlicher Dämonen, wie es guter, freundlicher Genien gibt. Die obersten D. haben schöpferische Kräfte, sie heissen Ahriman, Aschmoph, Eghetasch, Boschasp, Astujad, Tarik, Tosius, oder statt Aschmoph: Akuman; ferner für die folgenden, mit Ausnahme des Tarik, welcher wie Ahriman in beiden Reihen sich findet: Ander, Savel, Tarmad und Zaredsch. Noch viele andere werden in den poetischen und moralischen Werken der Perser angeführt, welche alle den Zweck des Ahriman verfolgen; nur eine Klasse von D. scheint hievon eine Ausnahme zu machen, die Peris: leichte, luftige Wesen von ausserordentlicher Schönheit, in den obern Regionen der Luft, vom Hauche der Blumen lebend. Sie sind gefallene Geister; doch, wie selbst dem Ahriman der Weg zum Paradiese offen steht, wenn er sich bessern will, so auch diesen, die sich schon gebessert und gereinigt haben, und sich sogar bis in die Nähe des Paradieses erheben dürfen, doch ohne hinein zu gelangen, wenn sie nicht vorher völlig geläutert sind.

Quelle:
Vollmer, Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Stuttgart 1874, S. 163-164.