Lorelei

Lorelei (Lurlei, bedeutet wörtlich »Albfelsen«, vgl. den vorhergehenden Artikel und »Ley«), ein zwischen Sankt Goar und Oberwesel senkrecht aus dem Rhein aufsteigender und früher den Schiffern gefährlicher Felsen, 132 m hoch (über dem Rhein), seines prachtvollen Echos wegen berühmt. Die Sage von der Zauberin oder Nixe L., die daselbst ihr Wesen treibt, wurde von Kl. Brentano (»Zu Bacherach am Rheine wohnt eine Zauberin etc.«) um 1800 erfunden und ist auch von neuern Dichtern vielfach behandelt worden, am gelungensten von H. Heine in seinem bekannten Gedicht (komponiert von F. Silcher). Den Felsen selbst erwähnt bereits der mittelhochdeutsche Dichter Marner. Durch ihn führt seit 1861 ein 367 m langer Eisenbahntunnel. Vgl. Leimbach, Die Loreleidichtungen (Wolfenb. 1879); Seeliger, Die Loreleysage in Dichtung und Musik (Leipz. 1898).


Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 12. Leipzig 1908, S. 712