Erlkönig

Johann Gottfried Herder publiziert eine dänischen Volksballade unter dem Namen „Erlkönigs Tochter“ in seinem 1778/79 erschienen Werk „Stimmen der Völker in Liedern – Volksliedern“. Das dänische „ellerkonge“ was „Elfenkönig“ bedeutet, übersetzte Herder mit „Erlkönig“. Inspiriert durch diese Ballade übernahm Johann Wolfgang von Goethe 1782 das Wort für seine Ballade „Der Erlkönig“.

Cyberelfe



[Erlkönig, fälschlicher Ausdruck für Elfenkönig, eingeführt von Herder, der das dänische Wort Ellerkonge (soviel wie elverkonge, »Elfenkönig«) aus Mißverständnis mit E. (nach Eller, »Erle«) übersetzte. Ihm folgte Goethe in seiner Ballade »Der E.«

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 6. Leipzig 1906, S. 53.




Erlkönig (Nord. M.), wahrscheinlich eins mit Elfkönig: der Beherrscher der zarten, luftigen Wesen, welche man ⇒ Elfen nennt; er ist erwachsenen Menschen nicht leicht gefährlich, doch Christenkinder, bevor sie getauft sind, raubt er häufig, nicht in böser Absicht, sondern weil er Freude an ihnen hat, und weil die Elfen sich überhaupt gerne mit Menschen verbinden. Er wird abgebildet als ungewöhnlich grosser, bärtiger Mann, mit glänzender Krone und langem, schleppendem Gewand.

Quelle:
Vollmer, Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Stuttgart 1874, S. 192.




Erlkönig, fabelhaftes deutsches Wesen, welches Kindern nachstellt; verwandt mit den Elfenkönigen auf Seeland. Nach dieser Sage bildete Goethe seine Ballade E.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 5. Altenburg 1858, S. 858.




Erlkönig, wahrscheinlich was Elfkönig, Ueberbleibsel des altdeutschen Heidenthums, im süddeutschen Volksglauben unbekanntes Wesen, gab Göthen Stoff zu seiner Ballade »der E.«.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1854, Band 2, S. 599.