Amphitrite

Amphitrīte, Tochter des Nereus od. Okeanos u. der Doris; Poseidon liebte sie, aber A. wollte Jungfrau bleiben u. verbarg sich vor Poseidon bei Atlas; von einem Delphin gefunden, gab sie endlich nach u. ward Gemahlin Poseidons, Herrscherin des Meeres u. Mutter des Triton. Man bildete sie nackt od. halbbekleidet auf einem Delphin, od. auch auf einem von Delphinen gezogenen Muschelwagen fahrend, einen Dreizack in der Hand, über ihrem Haupte ein flatternder Schleier, od. Krebsscheren.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 1. Altenburg 1857, S. 433.



Amphitrite (Gr. M.), eine Nereiden oder Oceanide, die Gemahlin des Neptun. Um der Ehe mit Neptun zu entgehen, entfloh sie und verbarg sich im westlichen Africa bei Atlas. Neptun schickte nach allen Seiten seine Boten, welche sie zu finden sich bemühten, und unter ihnen den Delphin, dem es gelang, sie zur Unterredung mit Neptun zu bewegen, worauf dieser sie beredete, ihm als Königin des Meeres zu folgen. Den Delphin versetzte der Gott unter die Sterne. - A. gebar dem Neptun den Triton, der mit seinen Aeltern auf dem Grunde des Meeres in goldenem Palaste wohnt. Als ihr Gemahl mit Scylla Umgang pflog, verwandelte A. diese in ein Ungeheuer mit sechs Köpfen und zwölf Füssen. A. ist bei den Dichtern die Personification des Mittelmeers. In der plastischen Darstellung trägt sie eine netzartige Haube und Seekrebsscheeren am Scheitel.

Quelle:
Vollmer, Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Stuttgart 1874, S. 39.