Die weißen Gräberinnen von Kontern

Zu Kontern in dem alten Schloßgarten, nahe an dem sogenannten Hexenbaum und zuweilen auch in dem Krautgarten, der ganz in der Nähe der jetzigen Schloßruine liegt, erscheinen in gewissen Nächten des Frühjahres zwei Frauen in weißen Gewändern. Sie tragen hellblinkende, silberne Spaten in der Hand und fangen mit großem Fleiß an zu graben.

Eine Hebamme von Kontern kehrte einst gegen Ende des Winters von Mutfort nach Hause zurück. Es war gegen Mitternacht. Da erblickte sie im Krautgarten zwei schneeweißgekleidete Jungfrauen, welche damit beschäftigt waren, mit silberhellblinkenden Spaten die schneebedeckte Erde umzugraben. Als die Frau vorbei war, schaute sie wieder um: da waren sie verschwunden. Daran erkannte sie, daß die Jungfern geisterhafte Wesen waren.

J. Prott, Pfarrer

Quelle:
Gredt, Nikolaus: Sagenschatz des Luxemburger Landes 1. Neudruck Esch-Alzette: Kremer-Muller & Cie, 1963, S. 271-272.

Quelle: http://www.zeno.org - Zenodot Verlagsgesellschaft mbH