Salamander

Salamander, in mythologischer, oder vielmehr adeptisch mythischer Beziehung diejenige Klasse der Elementargeister, welche das Feuer beherrschen und in diesem beweglich wie flackernde Lohe leben und weben. Sie vermögen den Brand der Sinnengluth im unbewachten Herzen anzufachen, und werden mit idealer Schönheit, mit feuerfarbenen Libellenflügeln, sowohl männlichen als weiblichen Geschlechts, gedacht. Diese Art Geister scheint Göthe vorgeschwebt zu haben, als er durch ihre Stimmen Faust in magischen Schlummer versenken läßt. Matthisson's Muse schildert uns die Salamander humoristisch, und Callot-Hoffmann läßt in einer Novelle gleiches Namens uns einen Blick in das glühende Leben derselben thun. Der alte Wahnglaube, daß die gefleckte Landeidechse, Triton Salamandra, im Feuer nicht verbrenne, steht mit der Lehre von den Elementargeistern in einem geistigen und symbolisirenden Zusammenhang.

–ch–.
Quelle:
Damen Conversations Lexikon, Band 9. [o.O.] 1837, S. 35.




Salamander, mehr den alten physicalisch-philosophischen Systemen der Cabbalisten, als der Mythologie eines bestimmten Volkes angehörig. Sie sollten die Bewohner des Feuers, wie Undinen die des Wassers sein; von ihrer Eigenschaft, im Feuer, als ihrem eigentlichen Element, zu leben, kommt vielleicht die Fabel her, dass die Amphibien, welche unter dem Namen der S. bekannt sind (schwarze, gelb oder roth gefleckte Eidexen-Arten), im Feuer sollten leben können.

Quelle:
Vollmer, Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Stuttgart 1874, S. 404