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Kobolde zu Cannewurf

Mündlich

Bei Cannewurf liegt ein Berg, an dem hat ein Ackersmann täglich sein Mittagbrot gefunden, das ihm ein Kobold dahin gebracht hat.

Einmal hat auch ein Soldat in Cannewurf im Quartier gelegen, da öffnet sich in der Nacht die Thür und es tritt ein kleines Mädchen herein, sieht sich um in der Stube und geht dann wieder hinaus, indem es die Thür offen läßt; da sieht er nun, wie es zum Pferde in den nebenliegenden Stall geht, es von oben bis unten besieht und streichelt und dann wieder in die Stube zurückkehrt, und ehe er sich's versieht, ist's am Bett und zupft ihm am Deckbett. Da wird's ihm doch etwas graulich und er will sich eben umdrehen, als es mit einem Sprung auf seinem Bett ist; da faßt er nach seinem Säbel und haut danach, aber er schlägt in die leere Luft und der Kobold lacht ihn aus. Andern Morgens hat er alles dem Wirth erzählt, der hat ihm gesagt, diesen Kobold habe einmal ein Soldat da gelaßen, der ihn los sein wollte, und wenn's ihm lästig sei, so möge er nur in der nächsten Nacht einen Besen an sein Bett und dabei seine Stiefel, den einen mit der Spitze nach innen stellen, dann komme der Kobold nicht wieder.

Quelle:
Adalbert Kuhn / W. Schwartz: Norddeutsche Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg, Pommern, der Mark, Sachsen, Thüringen, Braunschweig, Hannover, Oldenburg und Westfalen. Leipzig 1848, S. 214-215.

 
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