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Die Walriderske

Mündlich aus der Gegend von Hage

Den Alp nennt man in Ostfriesland und Oldenburg die Walriderske und schreibt ihr namentlich die Verfilzung der Mähne der Pferde zu, von der man sagt, daß sie in einem vollständigen Geflecht bestehe, deßen sich die Walriderske statt der Zügel bediene. Es sind übrigens bestimmte Pferde, welche sie sich zu ihrem nächtlichen Ritt aussucht, und sie füttert dieselben so gut, daß sie zusehends gedeihen und man augenblicklich sehen kann, welches sie erkoren; denn die übrigen Pferde, die mit im Stalle stehen, bleiben dürr und mager gegen dies eine.

Einer hat einmal eine Walriderske gefangen und als er ihre Hand packte, war sie eiskalt. Darauf hat er sie gefreit und lange Zeit glücklich mit ihr gelebt, aber endlich hat er ihr doch einmal das Loch gezeigt, wo sie hineingekommen, da hat sie gerufen: »wo l ýden de klocken in Engelland so voel!« und ist verschwunden, aber alle Saterdagnacht ist sie zurückgekehrt und hat ihm sein grôs (Wäsche) gebracht.

Quelle:
Adalbert Kuhn / W. Schwartz: Norddeutsche Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg, Pommern, der Mark, Sachsen, Thüringen, Braunschweig, Hannover, Oldenburg und Westfalen. Leipzig 1848, S. 298-299.

 
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