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Lurley - Friedrich Förster

Lurley

In dunkler Felsenbucht am Rhein,
Da pflegt schön Lurley zu hausen,
Es blüht keine Rebe, es grünet kein Wein,
Keine Blume, kein Halm auf dem öden Gestein,
Kein Schiffer legt dort den Nachen an,
Kein Waidmann suchet die steile Bahn,
Sie ziehen und fliehen vorüber.

Und kommt nun der Mond bei nächtlicher Zeit
Herauf an dem Himmel gezogen,
Da zeigt sich im Wasser ein schimmerndes Kleid,
Mit blendenden Armen die schönste Maid;
Sie jammert, sie ruft mit bangem Ton:
O rettet! o helft! ich versinke schon,
O rettet, sonst bin ich verloren.

Der Wandrer erblickt die holde Gestalt,
Es dringt ihm der Ruf an die Seele,
Da wirft er sich kühn in des Stromes Gewalt,
In die Fluth, die am Felsen wiederhallt.
Schön-Lurley ergreift ihn, sie hält ihn umfaßt:
"Nun bleibst du hier unten mein trautester Gast
Und kehrst zu der Heimath nicht wieder."


Friedrich Förster, 1838

 
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