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Die Sängerin des Müllerthals

Griselinde, die reiche und schöne Erbin des Schlosses Heringen, lebte einsam mit ihrer Lehrerin, der Fee Harmonika. Diese hatte sie die Kunst gelehrt, bezaubernd schön zu singen und gefühllose Zuhörer in Felsen zu verwandeln. Schon viele Ritter, welche ihren Gesang nicht zu würdigen wußten, waren in starre Felsen verwandelt worden, wie dies die vielen Steinmassen des Müllerthales beweisen. Eines Abends kam der junge Ritter von Folkendingen daher. Er vernahm ihren Gesang. Von Sehnsucht ergriffen, wollte er sich heimlich der Sängerin nähern und erkletterte den steilen Felsen, auf dem die Burg stand; er tat aber einen Fehltritt und stürzte in den Abgrund. Die Jungfrau hört das Ächzen des Sterbenden, eilt hinzu und findet ihren Geliebten tot. Von dem Tage an härmte sie sich und starb bald. Jeden Frühling aber kehrt sie zurück und läßt auf den Ruinen der Burg ihren Klagegesang vernehmen.

L'Evêque de la Basse Moûterie 236

Quelle:
Gredt, Nikolaus: Sagenschatz des Luxemburger Landes 1. Neudruck Esch-Alzette: Kremer-Muller & Cie, 1963, S. 270

Quelle: http://www.zeno.org - Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

 
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